Tag 15 (Montag, 13.4.2009)
| Tag 14 |
Ghandruk - Nayapul
Heute ist unser letzter Tekking Tag, sehr schade. Da es von hier nicht mehr sehr weit ist bis zur Strasse, wollen wir heute morgen erst noch einmal das Dorf durchstreifen. Ich nehme mein Stativ und die Mittelformatkamera mit und mache ein
paar Aufnahmen. Barabara hat schon eine Einkaufsmöglichkeit entdeckt und ist in einem der Steinhäuser verschwunden. Nach einer Weile taucht sie mit zwei kleinen handgewobenen Teppichen wieder auf.
Gegen halb neun gehen wir los, immer leicht nach unten am Hang entlang in Richtung Birethanthi. Auch hier kommen uns wieder Karavanen von Eseln entgegen, die Grundnahrungsmittel hier hochbringen. Man sollte immer auf der Bergseite gehen, um nicht vom Weg hinuntergestossen zu werden. Wir haben auf dem Weg eine schöne Aussicht auf das Tal mit den endlosen Terrassen und den kleinen Dörfern die verstreut dazwischen liegen. Es ist recht dunstig heute, sodaß man keine gute Fernsicht hat und auch keine größeren Berge sieht. Normalerweise thront auch hier der Annapurna über dem Tal. Der Trek zum Annapurna Base Camp geht dieses Tal entlang in die Berge.
An einer netten Lodge machen wir Pause, und hier ergibt sich auch die Gelegenheit vom Lodge Besitzer ein Bild von unserer kleinen Truppe machen zu lassen. Wir werden uns ja heute von Rinji und Sankar verabschieden, sie fahren gleich weiter nach Kathmandu, während wir einen Tag in Pokhara bleiben wollen. Rinji hat in Ghandruk schon telefoniert, um uns ein Hotel in Pokhara zu organisieren. Das wäre natürlich praktisch, wenn wir gar nicht erst nach einer Unterkunft suchen müssen.
Später kommen wir an einem riesigen Erdrutsch vorbei, der nicht nur den Weg, sondern auch einige Häuser und viele Felder ins Tal geris
sen hat. Riesige Felsbrocken liegen herum und der Weg führt als provisorischer Pfad durch diesen abgerutschten Teil. Das muß für die betroffenen Familien verheerend sein, denn die Fläche kann nie mehr bebaut werden, da es keinen Mutterboden mehr gibt.
Es wird sehr warm jetzt, je weiter wir ins Tal hinabsteigen. Unten am Talgrund angekommen wird der Weg flach und folgt dem Flußlauf. Es gibt keine Stufen mehr und es ist staubig und heiß. Ein großer Unterschied zu den Bergen aus denen wir kommen.
Mittlerweile ist es schon Mittagszeit geworden und wir machen i
n Birethanthi halt für ein kleines Mittagessen. Hier wird gerade eine Brücke über den Fluß gebaut und der ganze Ort scheint eine einzige Baustelle zu sein. Interessant ist, wie vor unserem Restaurant gerade ein Schrank fertiggestellt wird. Mitten auf dem Weg werden die letzen Holzteile eingebaut, dann kommt ein Träger und nimmt den Schrank auf den Rücken und transportiert ihn in Richtung Ghandruk.
Nach dem Essen legen wir den letzten Kilometer unseres Treks zurück bis nach Nayapul. Ein letzter Pfad windet sich einen kleinen Hang hinauf und dann stehen wir an der Teerstraße nach Pokhara. Seit mehr als zwei Wochen haben wir keine richtige Straße mehr gesehen und auch keine lärmenden und stinkenden Lastwagen und Busse. Eine andere Welt, daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen.
Wir warten eine Weile, dann kommt der Bus nach Pokhara. Er fährt extrem langsam, vor allem wenn es bergauf geht. Ich glaube mit dem Fahrrad wäre ich schneller. Nach ca. zwei Stunden erreichen wir Pokhara. Rinji telefoniert noch mal von einem Geschäft aus, dann kommt der Hotelbesitzer mit dem Motorrad. Wir verabschieden uns hier von Rinji und Sankar, denn die beiden wollen heute noch den Nachtbus nach Kathmandu nehmen. Aber übermorgen in Kathmandu werden wir Rinji noch mal treffen, er will uns im House Namaste besuchen. Wir nehmen ein Taxi und folgen dem Motorrad und erreichen unser nettes kleines Hotel an der Lakeside.
Damit ist unser Trek zu Ende, wir fahren übermorgen zurück nach Kathmandu, und am Freitag fliegen wir schon wieder nach Hause. Aber wer weiß, vielleicht kommen wir wieder...

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Nachdem ich schon viele Jahre dorthin reise, freut mich besonders dass es euch bei meiner bhutanesischen Mama (Doma) so gut gefällt.
Stefan
da kann ich mich Dirk nur anschließen!!
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht diesen Bericht zu lesen.
Man fühlt sich als ob man diesen Trek auf eigenen Füßen mitgegangen wäre. Kompliment!!
Gruß
Werner
ich bin total beeindruckt von deinem fantastischen Reisebericht. Dass Du außergewöhnlich gut fotografieren kannst, weiß ich schon länger. Aber Du hast auch so eine gute Art zu schreiben, einfühlsam, plastisch und jederzeit auch spannend für mich als Leser, der noch nie dort war. Und die Schilderungen von deinem schmerzgeplagten Bein gehen richtig unter die Haut ...
liebe Grüße
Dirk